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Referendariat (juristischer Vorbereitungsdienst)

Wozu dient das juristische Referendariat?

Um Richterin oder Richter zu werden ist gemäß § 5 Abs. 1 Deutsches Richtergesetz (DRiG) die Befähigung zum Richteramt notwendig, für den Beruf der Rechtsanwältin oder des Rechtsanwalts gilt kraft Verweisung in § 4 Nr. 1 Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) regelmäßig dasselbe. Diese Berechtigung erwirbt nach § 5 Abs. 1 DRiG, „wer ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität mit der ersten Prüfung und einen anschließenden Vorbereitungsdienst mit der zweiten Staatsprüfung abschließt“. Diesen juristischen Vorbereitungsdienst nennt man auch juristisches Referendariat.

Worauf bereitet der Vorbereitungsdienst genau vor?

Der juristische Vorbereitungsdienst soll leisten, was sein Namen verspricht: Auf volljuristische Berufe vorbereiten. An seinem Ende steht die „Befähigung zum Richteramt“, auf die hinsichtlich des Zugangs zum Anwaltsberuf auch die BRAO abstellt. Juristisches Studium und juristischer Vorbereitungsdienst sind nach § 5 Abs. 1 DRiG aufeinander abzustimmen.

Worauf bereitet er nicht vor?

Was der juristische Vorbereitungsdienst nicht leisten soll: Eine Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen. Jenes steht „nur“ zwischen dem Status des Juristen und dem des juristischen Assessors, wie der examinierte Volljurist in Deutschland heißt. Das heißt natürlich nicht, dass der vermittelte Stoff ohne Bezug zu den Klausuren des Examens wäre.

Einheitsjurist — Vorbereitung auf den Anwaltsberuf

Noch vor wenigen Jahren war der juristische Vorbereitungsdienst vollständig auf das Richteramt ausgerichtet, der deutlich weiter verbreitete Anwaltsberuf kam nur am Rande vor. Das ist in mehreren Reformen auf Bundes- und Länderebene deutlich geändert worden. Mittlerweile nimmt der Anwaltsberuf in Theorie und Praxis einen relativ weiten Rahmen im Referendariat ein.

Anwaltsberuf in der Ausbildung

Dazu wurden die Kammern in die Ausbildung eingebunden. Sie organisieren Dozenten für die Landgerichte, arbeiten den Unterrichtsstoff mit aus und haben Prämien für Anwaltsklausuren ausgelobt, damit auch im Examen der Beruf vorkommt. Denn letztlich werden relativ wenige Referendar*innen Richter*innen, der Großteil ergreift den Anwaltsberuf.

Referendariat in Baden-Württemberg

Inhalte der Ausbildung

Wie oben ausgeführt, regelt jeweils das Landesrecht die Details der Referendarausbildung. In Baden-Württemberg sind Studium und juristischer Vorbereitungsdienst in eigenen Abschnitten der Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung — JAPrO geregelt.

Das Land bereitet seine Referendare in den Kursen an den Landgerichten und in Stationen bei Gerichten vor, einige Stationen finden auch in der Anwaltschaft statt. Zu diesen Stationen im Detail: § 46 JAPrO.

Die Rechtsanwaltskammer Freiburg ist in die Vorbereitung auf den Beruf mit einem umfangreichen Unterrichtsprogramm, welches die Geschäftsstelle in Abstimmung mit anwaltlichen Dozenten und den 5 Landgerichten koordiniert, eingebunden.

Schwerpunkt Rechtsanwältin / Rechtsanwalt

Positiver Nebeneffekt der Covid-19-Pandemie: Der Unterricht im Schwerpunkt Rechtsanwalt in der Wahlstation, der bisher nie stattgefunden hatte, da für Präsenzunterricht die Teilnehmerzahlen zu niedrig waren, konnte nun im Rahmen einer Kooperation der Kammern Karlsruhe und Freiburg ausgearbeitet und mittlerweile in einigen Durchläufen gut erprobt werden.

Beide Rechtsanwaltskammern haben Referent*innen mit großem Praxisbezug und vertieften Kenntnissen im jeweiligen Unterrichtsstoff gewählt.

Für die Rechtsanwaltskammer Freiburg unterrichtet unser Geschäftsführer Rechtsanwalt Tilman Winkler im Gebührenrecht und Formen der anwaltlichen Berufsausübung.

Stundenplan Prüfungskampagne Herbst 2023 (H23)

Der Stundenplan für alle Arbeitsgemeinschaften im Bezirk der Rechtsanwaltskammer Freiburg für den Ende Juni stattfindenden Einführungslehrgang Anwaltsstation verlinken wir. Die Veranstaltungen werden voraussichtlich noch nicht wieder in Präsenz stattfinden, sondern online.

Von Referendar*innen für Referendar*innen

Viel besser erklären das Referendar*innen selbst

Seit April 2022 ist unter refbw.de eine sehr informative und schöne Seite Referendariat in Baden-Württemberg online, deren Besuch hier unbedingt empfohlen wird. Dort finden Sie viele Informationen rund um das Referendariat und auch die Ausbildungsstandorte.

Herzlichen Glückwunsch an die Sprecher der Arbeitsgemeinschaften zu diesem tollen Projekt!

Referendariat in Baden-Württemberg

Die 5 Landgerichte als Ausbildungsstandorte

Wir stellen Ihnen die 5 Landgerichte des Kammerbezirks einzeln in alphabetischer Reihenfolge vor, vielleicht hilft auch unsere Vorstellung bei der Wahl eines Wunsch-Ausbildungsortes. Juristisch sind alle 5 Gerichte sicher eine gute Wahl, weshalb es durchaus legitim ist, sich auch von den Städten und dem jeweiligen Umland, der Region leiten zu lassen.

Landgericht Baden-Baden Landgericht Freiburg Landgericht Konstanz Landgericht Offenburg Landgericht Waldshut-Tiengen

Ausbildung am Landgericht Baden-Baden

Baden-Baden ist eine touristisch lebenswerte Stadt im Norden des Kammerbezirks mit kurzen Wegen nach Karlsruhe, ins Elsaß und natürlich auch nach Freiburg. Thermalbäder, Kneipen und Parks bieten hervorragende Ablenkung.

Das Landgericht Baden-Baden ist für einen räumlich kleinen Bezirk von 1.054 km2 zuständig, in dem auch nur rund 334.000 Menschen wohnen. Entsprechend findet auch die Ausbildung im Referandariat in einer kleinen Gruppe von rund einem Dutzend Referendarinnen und Referendarinnen statt. Der Unterricht gibt also viel Möglichkeiten eines individuellen Austauschs. Über das Gericht informieren wir auf einer eigenen Unterseite.

Mehr und aus der Referendar-Perspektive gibt es auf der sehr informativen Seite der Referendare in Baden-Württemberg refbw.de zum Landgericht Baden-Baden zu lesen

Karte des Landgerichtsbezirks Baden-Baden

Die Amtsgerichte im Landgerichtsbezirk Baden-Baden nach Zahlen

Ausbildung am Landgericht Freiburg

Freiburg ist alle paar Jahre wieder die sonnenreichste Stadt Deutschlands, zu den schönsten Großstädten zählt sie sicher. Das Landgericht Freiburg liegt in der Fußgängerzone in der Innenstadt und muss sich auch fachlich nicht verstecken. Die Beliebtheit als Ausbildungsstandort geht vermutlich denoch eher auf den ersten Aspekt zurück: Die Region und ihr hoher Freizeitwert.

Am Landgericht Freiburg gibt es dauerhaft zwei Arbeitsgemeinschaften für jedes Prüfungshalbjahr und auch sonst finden viele Ausbildungsmaßnahmen im Zusammenspiel mit der Universität Freiburg und ihrer hervorragenden juristischen Fakultät statt.

In Freiburg sind die Wege sehr kurz, vorausgesetzt, man geht zu Fuß oder fährt Rad. Das gilt für die Wege von und zum Ausbildungsort wie auch für die Wege in den Schwarzwald, die Rheinebene oder eine der vielen Straußwirtschaften.

Dennoch ist der Landgerichtsbezirk recht deutlich nach Fläche mit rund 2.720 km2 und nach Einwohnern mit rund 867.000 der größte im Bezirk der Rechtsanwaltskammer Freiburg. Über das Gericht informieren wir auf einer eigenen Unterseite.

Mehr und aus der Referendar-Perspektive gibt es auf der sehr informativen Seite der Referendare in Baden-Württemberg refbw.de zum Landgericht Freiburg zu lesen.

Karte des Landgerichtsbezirks Freiburg

Die Amtsgerichte im Landgerichtsbezirk Freiburg nach Zahlen

Ausbildung am Landgericht Konstanz

Wer gerne segelt, kommt in Konstanz auf jeden Fall auf seine Kosten. Diese Universitätsstadt am Bodensee bietet herrliche Ablenkung am Wasser und die Besonderheit, dass die Grenze zur Schweiz in der Stadt überquert werden kann.

Das Landgericht Konstanz ist für einen recht großen Bezirk von rund 2.245 Quadratkilometern mit knapp 590.000 Einwohnern zuständig. Konstanz selbst ist mit klar unter 100.000 Einwohnern noch keine Großstadt. Die Ausbildung im Referendariat findet in einer Gruppe statt. Das Landgericht ist mitten in der Stadt in einem schönen Altbau untergebracht, zum Münster und auch zum Seeufer sind es nur wenige Meter. Über das Gericht informieren wir auf einer eigenen Unterseite.

Mehr und aus der Referendar-Perspektive gibt es auf der sehr informativen Seite der Referendare in Baden-Württemberg refbw.de zum Landgericht Konstanz zu lesen.

Karte des Landgerichtsbezirks Konstanz

Die Amtsgerichte im Landgerichtsbezirk Konstanz nach Zahlen

Ausbildung am Landgericht Offenburg

Offenburg liegt zwischen Freiburg und Karlsruhe in der Rheinebene, hervorragend über die A5 und die Rheintalbahn erschlossen. Sowohl Freiburg als auch Baden-Baden und Strassbourg sind sehr schnell erreicht, die Stadt bietet also trotz ihrer überschaubaren Größe einiges an Abwechslung, geraded, wer Interesse am Radsport hat, findet in de Region hervorragende Bedingungen.

Das Landgericht Offenburg ist für einen Bezirk von rund 1.555 Quadratkilometern mit gut 350.000 Einwohnern zuständig. Offenburg selbst ist mit unter 60.000 Einwohnern recht klein. Die Ausbildung im Referendariat findet ebenfalls in einer kleinen Gruppe statt, individuelle Betreuung durch die Dozenten ist also sichergestellt. Das Landgericht ist mitterweile gemeinsam mit dem Amtsgericht in einem weniger schönen aber praktischen Gebäude untergebracht. Über das Gericht informieren wir auf einer eigenen Unterseite.

Mehr und aus der Referendar-Perspektive gibt es auf der sehr informativen Seite der Referendare in Baden-Württemberg refbw.de zum Landgericht Offenburg zu lesen

Karte des Landgerichtsbezirks Offenburg

Amtsgerichte im Landgerichtsbezirk Offenburg nach Zahlen

Ausbildung am Landgericht Waldshut-Tiengen

Der Bezirk des Landgerichts Waldshut-Tiengen schlängelt sich an der Schweizer Grenze entlang, die Stadt selbst ist durch die unmittelbare Grenznähe geprägt und liegt selbst an der Grenze. Ganz im Süden der Republik gelegen, ist der Bezirk in weiten Teilen stark bewaldet, Schwarzwald eben. Das Landgericht selbst ist mit einigem Abstand das kleinste Landgericht im Kammerbezirk und eines der kleinsten Landgerichte im Bundesgebiet, wenn es nach der Zahl der Einwohner*innen geht, es ist zuständig für nur rund 218.000 Menschen. Nach Fläche ist der Zuständigkeitsbereich des Gerichts mit rund 1.510 km2 durchaus nicht klein, sondern deutlich größer als der Bezirk Baden-Baden und beinahe gleich groß wie der Bezirk des Landgerichts Offenburg. Kammermitglieder gibt es mit 131 im Bezirk sehr wenige, vielleicht durchaus eine berufliche Perspektive, denn das Landgericht Waldshut-Tiengen weist im Einzugsbereich weniger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte aus als beispielsweise die mittleren Amtsgerichte Überlingen, Offenburg oder Baden-Baden und spielt bei nach diesem Kriterium in einer Liga mit dem Amtsgericht Singen, obwohl in dessen Bezirk deutlich weniger Menschen leben.

Die Ausbildung im Referendariat findet in einer kleinen Gruppe statt, individuelle Betreuung durch die Dozenten ist also sichergestellt, familiärer wird Unterricht nicht. Leider muss in manchen Jahren aufgrund der eher geringen Zahl Referendare ein Teil des Unterrichts an anderen Gerichten besucht werden. Landgericht und Amtsgericht liegen unmittelbar nebeneinander, auch die Staatsanwaltschaft ist binnen Minuten zu Fuß erreicht. Über das Gericht informieren wir auf einer eigenen Unterseite.

Mehr und aus der Referendar-Perspektive gibt es auf der sehr informativen Seite der Referendare in Baden-Württemberg refbw.de zum Landgericht Waldshut-Tiengen zu lesen

Karte des Landgerichtsbezirks Waldshut-Tiengen

Amtsgerichte im Landgerichtsbezirk Waldshut-Tiengen nach Zahlen

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